Ich bin an der Nordseeküste aufgewachsen, habe Angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg studiert und meine Magisterarbeit über die Ausbildung von Malerinnen im 19. Jahrhundert geschrieben. Einige Jahre habe ich in Berlin gelebt, heute leite ich den Besucherservice im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven, wo ich täglich erlebe, wie viel Begeisterung Natur wecken kann.
Ich schreibe Kurzgeschichten und Essays. Parallel arbeite ich an einem Sachbuch über kreatives Schreiben, in dem ich meine Erfahrungen weitergeben möchte. Gemeinsam mit einer Schreibkollegin plane ich außerdem für das kommende Jahr einen eigenen Adventskalenderband mit neuen Geschichten.
Längerfristig entsteht ein historischer Roman über eine junge Frau im 19. Jahrhundert, die sich als Künstlerin behaupten möchte. Die Geschichte erzählt von ihrem Ringen um Selbstbestimmung in einer Zeit, in der Frauen kaum Zugang zur Kunstwelt hatten, und von der Kraft, der eigenen Leidenschaft zu folgen. Es ist ein Roman über Mut, Freiheit und den Glauben an die eigene Stimme.
Wenn ich nicht schreibe, lese oder stricke ich gern. Im Sommer bin ich mit dem E-Bike an der Küste unterwegs und genieße die Bewegung als Ausgleich zum Schreibtisch.
Ich habe schon als Kind viel gelesen und geschrieben. Mit den Jahren verlor ich jedoch den unbeschwerten Zugang zum Schreiben, weil es in der Schule nicht mehr um Fantasie ging, sondern um Regeln und Bewertungen. Bücher wurden zu meinem Rückzugsort, zu einem Ort, an dem Sprache lebendig blieb.
Im Studium habe ich natürlich wissenschaftlich geschrieben, später auch journalistisch gearbeitet. Beides hat meinen Blick auf Sprache geschärft, aber nicht das erfüllt, was ich im Schreiben suchte. Meine Erfahrungen aus der Schulzeit hatten Spuren hinterlassen und machten es mir schwer, unbefangen zu schreiben. Die Faszination für Sprache war weiterhin da, und ich lebte sie über die Literatur aus.
Erst viele Jahre später fand ich den Mut, selbst wieder zu schreiben. Ein VHS-Kurs brachte mich mit dem kreativen Schreiben in Kontakt. Dabei entdeckte ich, dass Schreiben auch leicht und spielerisch sein darf. Kreatives Schreiben lädt dazu ein, zu experimentieren, Assoziationen zuzulassen und Gedanken in Worte zu verwandeln. Es geht nicht um Regeln oder Perfektion, sondern um Ausdruck, Wahrnehmung und Freude am Tun. Mich interessierte, wie Sprache inneres Erleben ausdrücken kann, und ich freute mich, im kreativen Schreiben eine passende Form dafür gefunden zu haben.
Meine Begeisterung für das Schreiben führte mich schließlich zu einer Zertifikatsausbildung am Institut für Kreatives Schreiben in Berlin. Dort lernte ich, Gruppen im kreativen Schreiben anzuleiten, und schloss die Ausbildung als Poesiepädagogin – Anleiterin für kreative Schreibgruppen ab. In dieser Zeit erlebte ich, wie befreiend Schreiben sein kann. Es hat mir geholfen, den eigenen Zugang zur Sprache wiederzufinden und gezeigt, dass Schreiben auch frei und unbefangen sein darf. Wer schreibt, darf ausprobieren, ohne bewertet zu werden. So entstehen Texte, die etwas in Bewegung bringen, im Denken, im Fühlen und im Leben.
Seit meiner Ausbildung leite ich nebenberuflich Schreibwerkstätten und begleite Menschen dabei, Vertrauen in ihre eigene Stimme zu finden. In meinen Kursen geht es nicht darum, „richtig“ zu schreiben, sondern ins Schreiben zu kommen, eigene Worte zu finden und Sätze zu formulieren, die tragen, auch wenn sie noch nicht perfekt sind. Ich arbeite mit Schreibimpulsen, Bildern und kleinen Übungen, die die Fantasie anregen. Mir ist wichtig, dass Schreibende ihre eigene Sprache entdecken dürfen. Ich schreibe in meinen Kursen immer mit, weil ich Teil dieses Prozesses bin. Für mich ist kreatives Schreiben ein Handwerk, das sich mit Geduld, Neugier und Freude erlernen lässt und Sprache als Kraftquelle erfahrbar macht.