Wie ich meinen Schreiballtag sortiere

Christina Stegen - Autorin & Poesiepädagogin

Christina Stegen

Autorin & Poesiepädagogin

Christina Stegen - Autorin & Poesiepädagogin

Christina Stegen

Autorin & Poesiepädagogin

Füller auf Notizblock – Schreiben im Alltag

Ein früher Start in den Tag

Mein Schreiben beginnt früh am Morgen. Damit es in meinem Alltag überhaupt möglich bleibt, nutze ich diese Stunde als festen Startpunkt. Schreiben im Alltag gelingt für mich nur dann, wenn ich mir diese Zeit bewusst freihalte. Wenn der Wecker um Viertel nach fünf klingelt, entscheidet der Schlaf der vergangenen Nacht darüber, wie der Tag beginnt. Nach einer guten Nacht stehe ich ohne viel Nachdenken auf, gehe ins Badezimmer, mache mein Bett und hole mir etwas zu trinken. Manchmal weiß ich schon in der Nacht, dass es nicht klappt – dann stelle ich den Wecker um und nutze die zusätzliche Stunde Schlaf. Über die Zeit ist daraus eine regelmäßige Schreibzeit geworden, die meinen Tag ordnet und meinem Schreiben einen festen Platz gibt.

Wie ich in den Text komme

Wenn ich morgens an meinem Schreibtisch sitze, öffne ich zuerst Papyrus. Bevor ich weiterschreibe, lese ich die letzten Zeilen vom Vortag und schaue auf die Struktur, die ich für jede Szene angelegt habe: Zusammenfassung, Ziel der Szene, Konflikt, Motivation, Entscheidung, Konsequenz, Charakterentwicklung und die neue Frage. Diese Übersicht ist umfangreich, aber sie hilft mir. Sie steht direkt neben dem Text und zeigt mir klar, was die Szene braucht. Das unterstützt mich besonders dann, wenn Schreiben im Alltag zwischen vielen anderen Aufgaben liegt.

Für Kurzgeschichten nutze ich zusätzlich den Sieben-Punkte-Plan von Dan Wells. Beim Roman spielt er nur eine Nebenrolle, weil mir die Struktur in Papyrus den eigentlichen Rahmen gibt. So fällt mir der Einstieg leicht – ich lese, wo ich war, und sehe sofort, wie es weitergeht.

Es gibt Tage, an denen der Einstieg schwerer ist. Dann wechsle ich an meinen anderen Tisch und schreibe im Notizbuch weiter. Das langsamere Schreiben mit dem Füller öffnet oft eine andere Perspektive und löst Stellen, an denen ich zuvor festhing.

Notion nutze ich für den Überblick über Projekte: Ideen, Aufgaben und alles, was nicht direkt ins Manuskript gehört. Papyrus ist der Ort, an dem ich schreibe, Notion hält die Struktur außen herum. Beides hilft mir, im Schreiben zu bleiben.

Wie diese Stunde aussieht

Wenn ich gut aufstehen kann, sitze ich kurz vor sechs am Schreibtisch. Ich arbeite mit der Tageslichtlampe, weil sie den Raum gleichmäßig ausleuchtet und mir eine klare Atmosphäre gibt.

Der Tisch ist aufgeräumt: Laptop, Tastatur, Maus und ein Glas Wasser stehen bereit. Diese Ordnung sorgt dafür, dass ich ohne Umwege beginnen kann. Ich setze mich, öffne meinen Laptop und schreibe.

Mal geht es schneller, mal langsamer, aber ich bin wach und konzentriert, sobald ich hier sitze. Es gibt nichts, was mich in dieser Stunde ablenkt. Sie sorgt dafür, dass Schreiben im Alltag nicht untergeht, sondern einen klaren Platz bekommt.Sie gehört mir und gibt mir einen klaren Anfang.

Was sich daraus entwickelt hat

Diese Stunde gibt es, weil ich entschieden habe, sie mir zu nehmen. Das frühe Aufstehen fällt mir nicht immer leicht, aber zu dieser Uhrzeit beginnt noch nichts. Ich kann weder zur Arbeit noch etwas anderes erledigen. Genau deshalb eignet sich die Zeit gut zum Schreiben.

Für mich war das ein Prozess. Die Stunde hat meinem Tag Struktur gegeben und dem Schreiben einen festen Platz.

Vielleicht lässt sich daraus ein Gedanke mitnehmen: Veränderungen entstehen, wenn man ihnen Zeit lässt. Bei mir hat das Schreiben am Morgen dadurch seinen Platz gefunden.

Was diese Stunde für mein Schreiben bedeutet

Die frühe Stunde hat meinem Schreiben einen festen Rahmen gegeben. Sie ist klar, frei von Ablenkung und bildet einen ruhigen Beginn. Mit Papyrus, meiner Szenenübersicht und einem einfachen Arbeitsplatz fällt mir der Einstieg leicht.

Aus einer bewussten Entscheidung ist ein verlässlicher Teil meines Alltags geworden. Die Morgenstunde zeigt mir, wie gut es tut, regelmäßig anzufangen. So gelingt es mir, Schreiben im Alltag dauerhaft in meinen Tag einzubauen.

Weitere Beiträge sind auf der Blogseite zu finden.

Beitragsbild: Foto von Aaron Burden auf Unsplash

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